Danke, danke, danke! (Die Geschichte einer Sklavin)

Nun sind wir wieder zu Hause, und ich könnte soviel von den vielen tollen RP’s berichten, die ich hatte, seitdem Shani freigelassen wurde, und noch viel mehr von der Handelsreise, deren Idee den IC Geschehnissen geschuldet war und umgesetzt wurde, aber mir fehlt einfach die Zeit dazu. Und ehe der Blog hier um Wochen hinterherhängt und die neuen Geschehnisse dann untergehen, möchte ich mich hier an dieser Stelle nur noch einmal bedanken für die vielen, vielen schönen RP’s, die nicht zuletzt auch den Sklavinnen zu verdanken waren, die sich voll reingehängt haben, eigene Anstösse gegeben und auch untereinander viel rpt haben, ohne dass es zu OOC Zickenterror ausgeartet ist. Aber auch alle anderen Spieler haben sich voll reingehängt! Es war einfach super mit Euch, und die, die uns auf dem Weg verlassen haben, habe ich mit einem weinenden, und einem lachenden Auge gehen lassen, am liebsten hätte ich alle mitgenommen, lacht. Passt auf euch auf, wir sehen uns hoffentlich wieder 🙂

Ein ganz, ganz lieber Dank auch an die Sims, die mitgegangen sind und wo wir rasten durften: Belnend, Handelsposten der Oase, Fjord av Golnir, Vakur und Enkara lagen auf unserem Weg, und ich bin sicher, es werden noch viele, viele andere folgen, doch nun sind wir auch erst mal froh, wieder zu Hause in Jort’s angekommen zu sein. Wer also wissen möchte, was wir erlebt haben, kann bei Georg im Blog zumindest aus seiner Sicht die Stationen noch mal nachlesen, ich habe hier jetzt einen Bericht einer Sklavin, die in Belnend an meine Kette gelangt ist, und die uns bis zuletzt begleitet hat und erst in Enkara wieder verlassen hat. Aicha, ich vermiss dich schon jetzt, ich habe selten eine Spielerin gesehen, die der Sklavenrolle so nahe kommt, wie ich mir eine goreanische Sklavin vorstelle 🙂

Alles in allem: Nein Gor ist nicht tot, Gor ist auch nicht langweilig geworden. Langweilig sind nur die, die darauf warten von allen anderen bespasst zu werden, sich selbst nicht einbringen können und daher nur am Nörgeln sind!

Und hier nun Aichas Geschichte:

Die Sklavin des Kapitäns

Diese letzte Überfahrt auf dem Thassa in Richtung Kasra mit meinem Herren sollte wohl die letzte sein. Die schwarze Flagge mit den weißen Knochen wedelte heftig im Wind, bevor sie als letztes zu sehen war und das Schiff in den Fluten des Thassa endgültig versank. Es war ein letztes aufbäumen, ein letzter Hilferuf, ehe es „Flupp“ machte und der Thassa wieder friedlich dahinplätscherte.

Bevor man in Port Kar in See stach, hatte mein Herr wie bei jedem ablegen des Schiffes, per Vertrag geregelt, welcher Beuteanteil, wer wem zusteht und Entschädigungszahlungen für im Kampfe verlorene Gliedmaßen geregelt. Wie oft hatte ich zu den Priesterkönigen gebetet, gefleht, sie von meinem Leiden der Ungewissheit auf See zu erlösen. Von meinem Leiden auf dem Schiff, wo ich als Sklavin dienen musste. Das dreimastige Segelschiff war seid dem 14 Lebensjahr meine Heimat gewesen. Allein durch die Kraft des Windes beförderte es Güter und Personen nach Port Kar. Port Kar, die schmutzigste und größte Piratenstadt auf ganz Gor, die ihre traurige Berühmtheit dadurch erlangte, das dort viele Piraten lebten und von dort aus Raubzüge auf dem ganzen Meer durchführten.

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Mein Leben war das im Kreise von Ausgestoßener und Geächteter und meine Aufgabe bestand darin, meinem Kapitän die Zeit auf dem Meer zu versüßen. Die Mannschaft versorgte ich mit Ka-la-na und musste bei ihr ebenfalls für gute Laune und Ablenkung sorgen. Angriffe erlebte ich zusammengekauert unter Deck und betete jedes mal zu den Priesterkönigen, das mein Kapitän erfolgreich sei und ich überleben durfte. War die Zeit gekommen, wen wir mit der Beute zurück nach Port Kar segelten, lebte ich hinter meterdicken Mauern und schweren Eisentoren im Hause meines Kapitäns. Axor, mein Herr gehörte dem berüchtigten Kapitänsrat an, die die Stadt regierten. Axor war der Nachfolger von Bejar geworden, einem Kapitän im Kapitänsrat, der sich nun ebenfalls für die Übernahme der Machtbefugnisse in Politik und Gesetzgebung aussprach. Gewöhnlich bliebt er seinem Anwesen oft viele Tage fern und hatte geschäftliches zu regeln. In der wenigen Zeit, die ihm dann noch blieb, verbrachte er in Spielunken und betrank sich. Betrunken torkelte er dann heimwärts, blieb aber meistens doch noch in einer Taverne hängen und schlief dann neben einer Sklavin in den Alkoven ein. Morgens schlich der dann unauffällig durch die Piratenstadt und ging seinen Aufgaben wieder beflissentlich nach.

Mir war es streng untersagt, das Haus und die Stadt zu verlassen. Die Schonungen in den nördlichen Wäldern waren zwar hübsch anzusehen, aber aufgrund der wenigen Bäume um die Piratenstadt kam es immer wieder zu illegalem Schlag und Raubzügen auf das Holz und es war gefährlich, dort zu verweilen oder zu wandeln. Überhaupt war es riskant, seinen Fuß auf die Straßen von Port Kar zu setzen, da die Piratenstadt dicht bevölkert war und verrufen, bis in die kleinste Ecke Gors.

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Für mich war es daher die schönste Zeit, wen ich aus dem Haus geholt wurde, und die Holzmasten beobachten konnte, wie die Segel an ihnen hinunterglitten. Wenn der tiefgehende Kiel sich in Bewegung setzte und die Kielflosse in das Wasser eintauchte, wie der Penis meines Herrn, in den vielen Nächten in mich. Dann war ich glücklich und zufrieden, diente ihm gern und mit Hingabe. Das war die Zeit, in der ich die Planken an Deck schrubbte und die Besatzung des Schiffes mit meinem Ledersack gefertigt aus dem Leder des Verr bewirtete. Ich trug dazu immer Holzbecher bei mir und schenkte Ka-la-na aus der Bota aus, um bei den Männern für gute Laune und Ablenkung zu sorgen. Schließlich stärkte das gemeinsame Zechen das Gruppen- und Zusammengehörigkeitsgefühl.
Natürlich war der ein oder andere Mann des öfteren dazu verleitet, Hand an mich zu legen. Viele Tage auf dem Meer und Abstinenz in Sachen Befriedigung ließen sie hin und wieder das Verbot des Kapitäns vergessen, mich benutzen zu dürfen. So wurde ich des öfteren unter Deck benutzt, ohne einen lustvollen Aufschrei von mir geben zu dürfen, der Verräterisch hätte sein können. Die kraftvollen Stöße der Männer waren dann wie die Wellen, die das Schiff bewegten und führten so zu einer Ausgeglichenheit und Balance auf der gesamten Reise. Es wäre gelogen, würde ich nun sagen, das mir das als goreanische Sklavin nicht gefallen hätte, aber auch mir war es stets streng untersagt, mich den Männern der Mannschaft im lustvollen Akt der Befriedung hinzugeben. So vermied ich es, mit jemanden allein zu sein, den das Verwerfliche hätte dann seinen Lauf genommen und hätte eine schwere Strafe nach sich gezogen. Wen ich lange unter Deck war, schnitt ich mir kurz in den Finger und verrieb das Blut auf meine Wangen, damit ich Farbe bekam und wieder attraktiv für die Männer aussah. Dann umgarnte ich meinen Kapitän erst mit einem Becher Ka-la-na und dann mit meinem Körper und wartete mit feuchtem Schritt, und hell loderndem Feuer in mir, den Abend ab, wo er mich dann bestieg und Stundenlang in doch recht merkwürdig anmutenden Stellungen nahm. Jetzt durfte ich meine Lust hinausschreien und wand mich genießerisch unter seinen Lenden. Hatte er seinen Samen zu schnell in mich ergossen, bettelte ich erneut darum, das ich mit rittlings auf ihn setzten durfte und er tief in mich stoßend, ich ebenfalls bis an die Grenzen meines Innersten Erfüllung fand.

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Aber die Tage waren nicht nur Geschmückt mit schönen Dingen des Lebens einer Sklavin. Diese hatten sogar eher Seltenheitswert. Schlechtes Essen, schlechte hygienische Bedingungen, Schmerzen, Kälte und Nässe waren für mich an der Tagesordnung und zu erdulden. Jeden morgen musste ich auf allen vieren das Deck mit großen viereckigen Steinen schrubben, von vorn bis hinten. Diese Arbeit war sehr anstrengend für eine Frau und die Männer saßen auf ihren Fässern, schauten mir zu und spielten vergnügt Würfelspiele. Waren die Blanken sauber musste ich die Metallteile des Schiffes polieren oder reparierte Segel oder Taue. Mein Kapitän war sehr stolz auf seinen Dreimaster und jedermann war dazu angehalten, dies nach außen hin auch zu zeigen und zu vermitteln. Danach half ich in der Küche, putze Gemüse, verteilte das Dörrfleisch und ging dem Koch zur Hand. Auch waren die bärtigen Männer nicht immer zart besaitet. Zum Ende einer langen Reise rochen sie meist unangenehm und trugen viel Körperbehaarung. Wurde ich vom Koch in den Lagerraum geschickt und lauerten mir da unten im halbdunkel 3 Piraten auf, die sogleich ihre Hose öffneten, dann endete dies meist unangenehm und schmerzhaft für mich. Manchmal fesselten sie mich sogar mit einem Tau, einfach so. In meinem Gesicht war dann nur noch blanke Angst zu sehen. Ohnehin kaum Luft zum atmen unter Deck, dann hielten sie mir noch den Mund zu, damit ich nicht schreie. Sie setzten so zu dritt ihre strengen, brutalen und autoritären Regeln an mir um. Im schlimmsten Fall erwischte uns der Koch, weil ich in seinen Augen zu lang ferngeblieben war und verpetze uns beim Kapitän. Der strafte mich dann mit der Peitsche und steckte mich tagelang in eine Sklavenkiste, und das nur, weil die Piraten Schabernack mit mir trieben.
Abends herrschte dann auf dem Schiff ein ausschweifendes Trinkgelage mit Tanz, Gejohle und Musik. Für Ablenkung musste ich dann wieder sorgen, oder eine Gefangene, mit der man in der Regel nicht zimperlich verfuhr. Später wurde die Gefangene dann unter Deck gezerrt, in das Quartier der Piraten, wo drangvolle Enge, Dunkelheit und Feuchtigkeit herrschten und wo manchmal mehr Ungeziefer als Menschen hausten. Ihre Grellen schreie kann man so gut wie nie wieder vergessen und jedes mal bekomme ich eine Gänsehaut wen ich daran denke, was nun mit ihr passierte.
Erlitt jemand im Kampf eine Wunde, musste ich sie nähen oder bei einer schlimmeren Kampfverletzung sogar das betroffene Gliedmaß mit einer Säge amputieren. Um den Schmerz zu betäuben, bekam der Betroffene nur ausreichend Alkohol und wurde von einigen der Mannschaft festgehalten. Nach seinem aufwachen wurde ich oft beschimpft für meine Arbeit oder bekam Schläge mit einem Stock.

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Aber nun war alles anders geworden. Ich rettete mich mit Müh und Not in eine nahe gelegene Stadt, die den Namen Belned trug. Von dort aus wurde ich an eine Sklavenhändlerin namens Shani verkauft. Die blonde Shani war mit einer Karawane unterwegs, die aus Jorts Fähre stammte. Mit zahlreichen Wachen und anderen Sklaven bereisten sie Gor von Nord nach Süd und handelte ausschließlich mit der Ware „Sklave“. Wenn die Sklavenhändlerin die Küsten anlief oder die Städte besuchte, dann nahm sie die Sklaven nicht selbst gefangen. Sie wurden ihnen zugeführt, etwa von armen Bauern, die eine Tochter oder Frau noch gewinnbringend loswerden wollten oder von Menschen die Gefangene gemacht hatten und die so vom Sklavenhandel profitierten wollten. Tatsächlich war die Existenz von Sklaverei, Sklavenhandel und Kriegen überhaupt die Voraussetzung für den Sklavenhandel auf Gor. Recht einträglich war das Geschäft für die geschäftstüchtige Sklavenhändlerin. Viele Sklave kaufte sie unterwegs für wenig Kupfer an und verkaufte sie dann gewinnbringend für wesentlich mehr Kupfer weiter. Der Sklavenhandel wurde für sie zu einem lukrativen Geschäft.
So war der Tag gekommen, da auch ich verkauft werden sollte. Nun erwartete mich ein ungewisses Schicksal. War ich dazu bestimmt, in der Landwirtschaft eingesetzt zu werden, als Arbeitssklavin auf die unzähligen Felder zu müssen? Oder würde ich eine Haussklavin oder ein Topfmädchen im Haushalt einer Handwerkskaste werden oder gar Bademädchen, Münzmädchen, Herbergssklavin, Lustsklavin oder Turmsklavin? Oder würde ich mein Sklavenleben in den schrecklichen Mienen fristen müssen? Eins jedoch wusste ich jetzt schon, wenn die Sklavenschiffe die Heimathäfen erreichten, wurden die Sklaven meist zuerst durch einen Heiler begutachtet. Ihnen wurde nach einer langen reise vitaminreiche Kost zugeteilt, der Körper gereinigt, vielleicht mit Öl eingerieben sowie Wunden und körperliche Makel wurden behandelt und dann würde mein neues Leben, irgendwo auf Gor beginnen. Ich für meinen Teil akzeptiere die Sklaverei als natürlichen Teil meines Lebens und diene aus ganzem Herzen und gern. Ich bin ein Mädchen von roter Seide, mein Schenkel ziert ein eingebrandes „Kef“ und ich bin eine goreanische Kajira. Ich gehe jetzt barfuß zu meinem neuen Besitzer und trage eine kurze gelbe Sklaventunika, ärmellos und mit tiefem Ausschnitt, die mir die Sklavenhändlerin Shani einst übergab, weil ich ihr gut diente. Ich drehe mich nochmal um, schaue zurück zu euch aus Jort´s und flüstere:

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Mein Glück, das ich solche Herrschaften hatte,
Ihr wart da, als ich euch brauchte, in Zeiten der Not!
Es ist hart für einen, das Glück nicht zu finden,
härter dürfte es wohl sein, es zu verlieren!

Ihr wolltet kein Dankeschön hören von einer Sklavin?
Ich möchte euch aber auf diesem Weg trotzdem,
einmal mein Dankeschön zum Ausdruck bringen!
Ich bin froh das Ich euch kennenlernen durfte und danke euch für die schöne Zeit, die ich an eurer/deiner Kette verbringen durfte!

Eure Aicha, die Ka-la-na Ausschank Sklavin, Sklavin des Kapitäns aus Port Kar

 

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Kein Heimstein ohne Kaste…

und keine Aufnahme in die Kaste ohne Heimstein. Ein Dilemma ähnlich der Frage, was zuerst da war: Das Vulo oder das Ei…, nur war für mich die Frage, wie ich dieses Problem löse. Nein, nicht das mit dem Vulo! Sicherlich, ich könnte versuchen eine Gefährtenschaft einzugehen, doch wollte ich vorerst keine Geschenke, denn dann würde ich mich nie durchsetzen können und immer nur die ehemalige Sklavin bleiben, die durch Gefährtenschaft Kaste und Heimstein erlangte. Nein, das wollte ich mir selbst verdienen und auch Georg zeigen, dass ich in der Lage bin, auch als Freie zu bestehen! Nur wie, war die Frage?

Ich nahm mir vor, mit dem Vertreter des Hauptmanns zu sprechen. Der Krieger vom Hof war immer sehr besonnen, aber vor allem auch sehr fair und ehrenhaft, vielleicht fiel ihm etwas dazu ein, ein Rat, den ich umsetzen konnte? Als ich in der Unterstadt ankam und niemanden vorfand, und auch besagten Krieger nicht auf seinem Hof, fiel mir wieder dieses geheimnisvolle Treffen ein. Stimmt ja, das erklärte den leeren Platz und die Abwesenheit sämtlicher männlicher Bewohner der Stadt. Ich machte es mir also wieder mal auf der Bank vor der Terrasse bequem, als auch schon die Freie erschien, die scheinbar immer noch vergeblich nach der Wirtin suchte, damit sie abreisen konnte.

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Auf meine Nachfrage, ob sie es denn so eilig habe abzureisen, verneinte sie, eigentlich wäre sie sogar gern in Jort’s Fähre geblieben, aber die Reaktionen des ein oder anderen Bewohner’s bei Erwähnung der Stadt in der sie bisher lebte, nämlich Kasra, würden sie doch eher zu einem raschen Aufbruch zwingen, da sie ihre Freiheit bedroht sah. Kurz überlegte ich, dann musste ich lachen. Richtig, sie war vor einiger Zeit schon einmal in Jort’s Fähre. Ich war da noch nicht frei und erinnerte mich an einen Zusammenstoss mit Georg, und auch mit Lucius, der die Sicherheit der Stadt immer mehr als genau nimmt. Lachend gab ich die ein oder andere Anekdote preis, beruhigte sie aber auch, dass bisher noch niemand, nur weil er aus Kasra kam, aus diesem Grunde versklavt wurde, und nicht alle Bewohner so extreme Auffassungen vertreten, und die meisten deutlich diplomatischer agieren.

Sie entspannte sich zusehends, und wir kamen dann rasch darauf zu sprechen, wenn sie bleiben würde, womit sie Geld verdienen könnte. Ihr Vater war Schneider, aber sie selbst meinte, sie hätte für’s Schneidern kein Talent. Hin und her überlegten wir, bis ich fragte, ob sie backen kann. Sie bejahte begeistert, und schon hatten wir einen Plan, nur ein Ofen müsste noch her, aber ich war sicher, die Wirtin würde ihren zur Verfügung stellen. Nun mußten wir nrt noch jemanden vom Rat finden, der dem zustimmte. Da Georg auf Reisen war, und der Hauptmann seinen ungeliebten Spätwachen nachging, blieb auch dafür nur der Krieger vom Hof. Glücklicherweise lief gerade Eo an uns vorbei, eine seiner Sklavinnen. Ich bat sie, ihrem Herrn auszurichten, dass wir ihn gern sprechen würden, und glücklicherweise erschien er auch kurz darauf. Rasch schilderte ich ihm unsere Idee, aber natürlich nahm auch er die Freie erst einmal genauer unter die Lupe.

Ich überließ sie dem Verhör und hüllte mich, ganz entgegen meiner Gewohnheit in Schweigen. Natürlich war auch diesem Krieger bei Erwähnung von Kasra sein Unbehagen anzusehen, dennoch gewährte er ihr einen Versuch, sofern Tialda, die Wirtin, die Nutzung ihrer Küche dafür erlaubte. Wenn Emmas Backwaren niemanden vergifteten, stellte er ihr eine eigene Bäckerei in Aussicht. Das war für’s Erste genug und ich strahlte den Krieger an und auch Emma, die Freie, schien deutlich erleichtert, zog sich aber dann auch bald zurück, das Gespräch mit Tialda würde bis zum nächsten Tag warten müssen. Mein Anliegen an den Krieger gedachte ich jedoch noch heute zu besprechen, und als es später etwas ruhiger wurde, und einige sich auf die Terrasse zurückzogen, um den Abend ausklingen zu lassen, bat ich ihn um ein paar Ehn.

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Ich legte ihm also mein Vulo-Ei Problem, nein natürlich mein Heimstein-Kaste-Heimstein Problem dar, und natürlich schenkte er mir nun nicht aus Mitleid den Schwur auf den Heimstein. Gut, es hätte zwar alle meine Probleme mit einem Schlag gelöst, und vielleicht hatte ich auch irgendwo so ganz leise gehofft, er würde es tun, wirklich damit gerechnet, hatte ich aber nicht. Dafür machte er einen Vorschlag, der vielversprechend klang, und auf den ich eigentlich hätte auch allein kommen können. Georg als 1. Händler konnte man nur mit einem guten Geschäft und viel Gewinn beeindrucken, wenn mir dies also gelänge, so meinte der Krieger, würde er mit Sicherheit eine Kastenaufnahme befürworten, eventuell auch ohne Heimstein, bevor eine andere Kaste es eventuell tun würde. Mhhhhh, ja gut, aber womit sollte ich handeln? Meinem Gesichtsausdruck war die Ratlosigkeit wohl anzusehen und so sagte der Krieger nur ein Wort: „Sklaven“

Sklaven…, ich dachte nach. Ja, diese Idee hatte ich auch schon, immerhin war ich lange Zeit im Hause von Georg für diese zuständig, und auch früher in Lydius gehörte ich schon zwei Sklavenhändlern, bildete die Kette aus. Es war eine Marktlücke, diese war es aber auch nur, weil kaum jemand Sklaven verkaufen wollte, jeder sammelte sie nur ein, daher war ein Geschäft dieser Art nur sehr schwer umzusetzen. Auf der anderen Seite…eine Möglichkeit an Sklaven zu kommen besteht nicht nur im Kauf dieser…., einen Versuch war es wert!

Ich dankte dem Krieger, und während die anderen Freien am Tisch noch mit guten Ratschlägen für dieses Vorhaben um sich warfen, zog ich mich zurück. Sklavenhandel…, ja! Eine Handelsreise durch Gor mit dem Ziel Sklaven zu kaufen und zu verkaufen und dabei möglichst viel Gewinn zu machen, um Georg zu beeindrucken. Noch lange grübelte ich in dieser Nacht, wie ich es anstellen könnte. Viele Planungen wären nötig, doch

Eine Idee war geboren!

Angriff ist immer noch die beste Verteidigung

Zumindest fand ich, könnte es nicht schaden, nachdem ich endlich mit den langen Kleidern laufen konnte, und auch den Schleier, auf den Georg bestand, nicht mehr ansabberte, einige Schritte voranzukommen, und das konnte mir nur gelingen, wenn ich jetzt, statt mich immer in die Defensive drängen zu lassen, selbst aktiv werde.

Als erstes nahm ich mir vor, mit dem Gefährten der Sängerin zu reden, und zwar möglichst allein. Der Krieger vom Hof versprach mir, sollte die Sängerin am Trainingstag nicht von der Seite ihres Gefährten weichen, dass er  sie ablenkt, damit ich den Krieger allein erwische. Am Trainingstag machte ich mich also auf zur Kriegerwiese, ein ungewohnter Weg, denn schon als Sklavin fand ich es fürchterlich langweilig am Rand rumzuhocken und Kriegerbeine anzuschmachten, die sah ich schliesslich auch später noch in der Stadt. Entsprechend bekam ich dann auch einige zotige Kommentare, als ich nach Tharkan fragte. Ich schmunzelte bei den Frozzeleien, und einen Kommentar, der mich nur provozieren sollte, überhörte ich ganz, natürlich kam er von dem Krieger, der sich gleich am Anfang fürchterlich über meine Freilassung aufgeregt hatte. Was soll’s. Grad als ich aufgeben wollte, erschien der Krieger, den ich sprechen wollte doch noch zum Training, allein, so dass das Ablenkungsmanöver für seine Gefährtin nicht nötig war. Er schien mir zwar nicht gerade begeistert, versprach aber mir nach dem Training einige Ehn zu geben.

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Das tat er dann auch und wir gingen ein paar Schritte in Richtung der Kalanaplantagen am Rande des Waldes, denn wie er richtig vermutete, wollte ich ihn allein sprechen. Sicherlich ein Risiko, wenn man den Worten seiner Gefährtin glaubte, die sie unterschwellig drohend an Georg richtete, in ihrem Gespräch mit ihm. Dennoch wollte ich das Risiko eingehen. Dieser Krieger begleitete meinen Weg seit Anbeginn meiner Zeit auf Gor, er war in Lydius, als man die unwissende Barbarin fand, die ich damals war, und auch als mein Weg nach Kassau ging, und später in Jort’s Fähre, immer war er irgendwie da und seine Meinung war und ist mir sehr wichtig.

Auf Sicherheitsabstand bedacht begann ich vermutlich relativ ungeschickt das Gespräch. Doch ich traute meinen Reaktionen nicht, die sich nicht einfach abschalten lassen, egal ob Kragen um den Hals oder nicht. Zudem ist dieser Krieger einer der wenigen, die mir meine Freiheit betreffend wirklich gefährlich werden könnten, denn er hat etwas an sich, was Frauen ziemlich schnell in die Knie zwingen könnte, und das freiwillig. Wie dem auch sei, mit dem Abstand, den ich einhielt, ließ sich das Gespräch gut eröffnen, also polterte ich gleich mit der Tür ins Haus und wollte wissen, was an den Drohungen seiner Gefährtin dran ist.

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Er schien mir erstaunt zu sein, wusste er womöglich nicht, dass seine Gefährtin im Gespräch mit Georg dies äusserte? Er zog nur eine Augenbraue hoch und stellte mir ohne sich weiter zu erklären die Frage, mit der ich zwar rechnete, aber nicht so schnell: „Hast du zwischenzeitlich eine Kaste, einen Heimstein?“ Ich schnaufte, hatte ich natürlich nicht, wie sollte ich auch, trotzdem versuchte ich nun ihm zu erklären, dass ein Krieger jemanden mit dem Schwert schützen kann, mein ehemaliger Herr aber nun mal Händler ist, und mir demnach den Schutz gegeben hat, den er konnte, nämlich dem seiner Kaste, was mich als Gast des Heimsteines ausweist, dem die Stadt laut ihren Gesetzen ebenfalls Schutz gewährt.Dennoch …ich konnte es nicht lassen bezüglich fehlendem Heimstein und freigelassenen Sklaven ihn an etwas zu erinnern, und er grollte zwar nach der Bemerkung, die ich dazu fallen ließ, dass ich in diesem Falle nur solange frei bin, wie er es für nötig hält, betonte aber nochmals, dass nicht ich der Kern seiner Probleme wäre.

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Nun gut, ich hätte eigentlich noch soviel zu sagen gehabt, aber der Krieger schien mir eh nur halb da zu sein, und da ich mitbekam, dass er noch mit dem Hauptmannvertreter reden wollte, gab ich mich mit dieser Aussage erst einmal zufrieden, was blieb mir auch anderes übrig? Am Stadtrand verließ er mich und bat mich, sollte der Krieger im Gasthaus anwesend sein, ihm auszurichten, dass er am Hof auf ihn wartet. Dies tat ich dann auch, und so schnell hab ich selten jemanden was von Sturheit grummeln hören um dabei gleichzeitig Unmengen von Fleisch in einem rasanten Tempo zu verschlingen, bevor er aufsprang und gen Hof verschwand. Natürlich sagte mir niemand, was dies alles sollte, nicht mal, als der Hofkrieger kurze Zeit später wiederkam und anordnete, dass alle Männer am nächsten Tage sich auf der Kriegerwiese einzufinden haben, ließ er durchblicken, aus welchem Grund. Ich fragte auch lieber nicht danach, als er mich später bat einen der Botenschreier zu sagen, dass er diese Nachricht in der ganzen Stadt bekannt geben würde, ein kompliziertes Kriegergespräch pro Tag langt einer Freien Frau bis auf weiteres, einer Sklavin, die noch nicht lange frei ist, aber erst recht. Also beauftragte ich den ersten Boten, den ich auf meinem Weg nach Hause traf, die Nachricht in der ganzen Stadt bekannt zu machen, und ging für heute schlafen, den Rest würde ich am nächsten Tag klären müssen…

Frei – Fluch oder Segen?

„Endlich ein paar Ehn Ruhe!“ Gemütlich richtete ich es mir auf der Bank vor meinem Zimmer ein, und kaum dem Stimmengewirr vom Platz entronnen, schweiften meine Gedanken zurück und ließen die letzten Tage Revue passieren…:

„Er stellte mich tatsächlich vor die Wahl. Nachdem ich vor einigen Hand, mag es schon ein Markt hersein, um meine Freilassung bettelte und er mir drohte, wenn ich nicht sofort damit aufhöre, verkauft er mich, tat er es jetzt doch. Oder vielmehr ließ er mir die Wahl. Eine Nacht hatte ich, um darüber nachzudenken. Eine lange Nacht, in der ich nicht schlief und über die Gründe nachdachte, warum er seine Meinung geändert hatte, aber schliesslich eine Entscheidung traf!

Vieles ist inzwischen passiert, die Reaktionen der jortschen Bevölkerung schwankten von Gleichgültigkeit, über Belustigung hin bis zu offener Ablehnung, besonders hervor taten sich ein Krieger und die Sängerin, die Gefährtin eines anderen Kriegers. Der Rest schien Georg Entschluss zumindest zu akzeptieren und nachdem ich bis auf einen, mit jedem Krieger einzeln sprach, war ich doch recht zuversichtlich, dass die Stadt mich wie jeden anderen Gast auch schützt, zumal Georg mich unter den Schutz der Händlerkaste stellte, wenn auch nicht in diese aufnahm, bevor er zu seiner Reise aufbrach…“

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Ich schrak zusammen, irgendwas störte mich in meinen Gedanken, nur was es war, konnte ich nicht herausfinden, zumindest nicht, bis ein Schatten auf mich fiel, der verdächtig nach dem Hauptmann aussah. Im Schlepptau hatte er ein blondes Ding, welches ziemlich misshandelt aussah, trotzdem aber in der Lage war, einiges an Frechheiten in Richtung Krieger abzusondern, um sich direkt danach im nadu vor mir niederzulassen um die Schenkel provozierend zu spreizen…, seufzend stand ich auf um zu sehen was der Hauptmann wollte, ich bin mir ziemlich sicher, wenn die Sklavin gewusst hätte, dass ich noch vor einer Hand ebenfalls einen Kragen trug, hätte sie das gar nicht erst versucht. Was soll ich mich künstlich darüber aufregen wie eine Sklavin kniet, der fehlende Kragen macht aus mir keinen anderen Menschen. Sie würde lernen, sich zu benehmen, oder nicht überleben. Kopfschüttelnd hörte ich dem Hauptmann zu, der sie verkaufen wollte. Viele Münzen hatte mir Georg nicht gegeben, aber ich stieg in die Verhandlungen ein. Sie war zwar rotzenfrech, aber dafür nicht teuer, und als sie merkte, dass sie mit ihren Provokationen nichts wird, und als der Krieger wieder weg war, wurde sie relativ schnell deutlich zugänglicher. Dachte ich zumindest…., bis ich später feststellen musste, dass sie sich trotz Fusschellen wohl in den Wald geschlagen hatte und wieder geflohen war.

Da diese Sklavin vorher einiges an wirren Zeugs sappelte, unter anderem, dass sie ein Scout wäre, gar keine Sklavin ist und im Wald geboren wurde, grad erst mühsam unsere Sprache gelernt hat und ihre Leute nicht in Städte dürfen, aber schlimmer als diese vogelfreien Waldweiber sind, machte ich mich auf den Weg in die Unterstadt um den Kriegern zu berichten. Ich bezweifele zwar, dass eine Bedrohung von ihr ausgeht, aber da man nie weiß, und sie vermutlich sich vor ihrer Flucht noch umgesehen hatte, ging ich den sicheren Weg. Die Krieger sahen das ähnlich, und wollten die Wachen die nächsten Tage ein wenig verschärfen. Erleichtert darüber, aber immer noch ein wenig verärgert über den Verlust, der meine eh wenigen Münzen noch weniger werden ließ, plumpste ich auf die Bank vor der Terrasse. Ausser mir war niemand hier, dachte ich zumindest, bis eine mir fremde Frau auf mich zukam, die die Wirtin suchte. Ach stimmt, es fiel mir wieder ein, sie war schon einige Tage im Gasthaus untergekommen, und wollte nun abreisen und bezahlen. Da sie diese aber nicht antraf, entschloss sie sich noch einen Tag zu bleiben, und zog sich wieder zurück, ebenso wie ich. Einige lange Tage lagen hinter mir, und kaum zu Hause angekommen, verfiel ich schon wieder ins Grübeln. So genau weiß ich noch nicht, ob mir Frei sein wirklich gefällt, die nächsten Tage werden es dann zeigen 🙂

(Kurzform, das ist die Strafe dafür, dass ich so lange von Faulheit geplagt war, und alles einzeln zu schreiben wäre einfach zu lang geworden, das waren ganz schön turbulente RP-Tage. In Georgs Blog könnt ihr die ersten Tage aus seiner Sicht nachlesen, und ich versuche jetzt zeitnaher zu schreiben, nicht dass noch jemand denkt, Jorts wäre vom Gorplaneten gefegt worden^^)

Männer allein im Wald

Ein Gastbeitrag unseres Kriegers Jarcath

Eine fesselnde Angelegenheit….

Lange schon war es nicht mehr ruhig in den Wäldern von Jorts, ein seltsames Wispern war zu vernehmen könnte man meinen… Wie ein Rascheln von Wind in den Blättern und doch war es mehr.
Eine Unruhe hatte die Stadt ergriffen… und das alles nur wegen ein paar Steinen im Wald? Doch waren es nur gewöhnliche Steine die von den Naturgewalten über Jahrhunderte geformt wurden?
Nein.. es war etwas viel gefährlicheres und nun war die Zeit gekommen sich diesem Frevel anzunehmen.

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Schon lange wurde in der Stadt diskutiert über die Steine im Wald. Einige, wie auch ich, hätten den Platz lieber erhalten, geweiht den Priesterkönigen ein Ort der Kontemplation im Wald. Doch die Mehrzahl wollte ihn lieber loswerden, einige sogar zerschlagen, aber das war zu gefährlich, denn waren es zwar nicht die Priesterkönige, die Götter des Südens, so waren es immer noch die Götter des Nordens und so wollte man nicht den Zorn dieser erregen.

Ein Wissender wurde gesucht, lange Zeit, doch trieben deren Reisen sie durch Gor und selten genug war einer anzutreffen. Eine Godia, Bekannte eines geschätzen Mitglieds des Heimsteins, wollte sich den Kreis ansehen, doch verweigerte sie die sittlichen Gepflogenheiten und wurde nicht empfangen. Und so.. verging Hand um Hand und die Stelle im Wald verwilderte, wurde verdeckt, bis die Stadt erneut aus ihrem Schlummer gerissen wurde.

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Baljaro Schwarzherz, einst Söldner im Argentum, einst stolzes Mitglied der Roten Kaste von Jorts Fähre und sogar ihr erstes Schwert hatte sich verändert. Der vermeintliche Tod seiner Gefährtin hatte ihn stark mitgenommen und so wollte er eine Reise unternehmen um sich zu finden… das war vor einigen Monden…. Und diese Hand kam er zurück, doch was er gefunden hatte war nicht sich selbst! Gekleidet in die Felle des Nordens und wie man munkelte mit dem typischen Geruch trat er in Jorts auf und meinte er würde den Heimstein aufgeben und in den Norden wandern, in ein kleines Dorf namens….  Das-interessiert-eh-keinen.

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Dieser Verrat eines geschätzten Mitglieds der Kaste konnte so nicht hingenommen werden und so entschied man sich, sich von den Zeichen des Nordens ein für allemal zu befreien. Und so trafen sich zur achten Ahn alle Männer des Heimsteins zur verabredeten Arbeit. Bewaffnet mit Stemmeisen, Seilen und einem unerschütterlichen Glauben an die Priesterkönige machten sich die Männer des Heimsteins von Jorts Fähre auf den Weg in den Wald, um dem Steinkreis, der dem Norden geweiht, war endgültig zu zeigen das in Mittelgor kein Platz für ihn war.

Die Schaufeln in das Erdreich gerammt wurden die Steine gelockert, die Seile darum geschlungen und ein Bosk zog… und zog bis sie fielen.. bebend auf dem Boden aufschlugen, eine Furche in ihn trieben, als sie zum Vosk gezogen wurden, den Hang hinabrollten und verschwanden in den Fluten…
Ein Platschen, ein Blubb und sie verschwanden von der Oberfläche Jorts und versanken in den dunklen Tiefen, auf dass sie nie wieder gefunden waren.

Zwischen Totenfeier und Alltag

Am Morgen an dem die Baumeisterin verbrannt werden sollte, war die Stimmung in der Stadt anders als sonst sehr ruhig und irgendwie gedrückt. Nun so ein letztes Geleit ist wohl für alle kein schöner Anlass. Nach dem ich mich auf der Wiese eingefunden hatte und einem kleinen hin und her zwischen dem Hauptmann und dem Wissenden, der wegen der Baumeisterin extra angereist war, wer nun noch ein paar Worte sagen sollte. Diese Aufgabe fiel dann dem Wissenden zu, da er sie wohl noch am besten kannte.

Dem Hauptmann ging das wohl alles nicht schnell genug, denn er wedelte schon mit einer Fackel vor dem Haufen herum, bis der Wissende endlich fertig war und er diesen entzünden konnte. Der Haufen mit samt Baumeisterin brannte dann so stark, dass die Ärztinnen sich schon Gedanken über das Löschen machten.

Nach dem man mehr oder weniger schweigend den Flammen zugesehen verteilte sich die Gesellschaft. Ich saß noch einige Zeit auf der Gasthausterrasse ehe ich mich in mein Haus verzog.

Der nächste Tag stand für mich im Zeichen der Arbeit wollte der Hauptmann doch bei der neuen ersten Baumeisterin mit einer neuen Robe Eindruck machen und bei der Maße na gelben Stoff die dafür nötig ist wollte ich mich zeitig an die Arbeit machen. Aber soweit sollte ich nicht kommen da ich Besuch von der Ärztin in Ausbildung bekam die ihre neue Robe bezahlen und auch gleich eine zweite in Auftrag geben wollte. Nach dem wir das Formale geklärt hatten plauderten wir noch angeregt über verschiedene Themen. Bis es sie zurück zu ihren Studien und mcih wieder an meine Arbeit zog.

Diese konnte mich jedoch nicht sehr lange fesseln und so beschloss ich noch einen kleinen Spaziergang durch die Stadt zu unternehmen. Dort war es schon sehr ruhig nur ein fremder Krieger lief mir über den Weg. Er wolle den Händler sprechen und eine mir unbekannte Sklavin kaufen. Da ich sowieso auf dem Weg zurück in mein Haus war bot ich ihm an, ihm den Weg zu Zeigen. Nach dem der Händler dort nicht anzutreffen war wollte der Krieger es nochmal am Hafen versuchen. Nach dem wir das Tor zur Oberstadt passiert hatten, trafen wir auf den Gesuchten. Die beiden Männer setzten auch gleich zu Verhandlungen an, denen ich kurz lauschte und mich dann doch recht schnell wieder in die Schneiderei verzog. Musst ich ja nun zwei Kleider fertigen.

Kasra

JF aus fremden Federn: Ein Beitrag des Händlers Gregor aus Venna

Mein Aufenthalt in der Oase der 4 Palmen war um Längen erfolgreicher als in der der 2 Scimitare. Trotzdem war ich nicht wirklich zufrieden und die Informationen nur spärlich und nicht bestätigt. Vom letzten Ziel unserer Reise versprach ich mir nun mehr, denn nun führte unser Weg uns nach Kasra, vielleicht ließ sich dort noch was über eventuell bestehende Bündnisverpflichtungen in Erfahrung bringen. Doch um Aufbrechen zu können, musste ich erst einmal den Krieger finden der sich gestern verabschiedet hatte und in den Gassen der Oase verschwunden war.

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Ich traf ihn am Rande des Sees, dort wo ich am Vorabend auch mit dem hiesigen Händler gesprochen hatte, und er war nicht müßig gewesen und hatte die Zeit genutzt eine Passage mittels Tarns von der Oase nach Kasra zu organisieren. Ich ließ also das Gepäck holen und folgte dem Krieger zu den Tarnfliegern. Die Reise nach Kasra dauerte nun nicht so lange aber blöderweise hatten uns die Tarnreiter im Hafen abgesetzt anstatt uns gleich in die Stadt zu bringen und so stand uns nun noch der beschwerliche Aufstieg bevor.

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Es blieb uns also nichts weiter übrig als diesen Weg in Angriff zu nehmen. Zum Glück empfängt einen am Ende des Weges, noch bevor man wirklich die Stadt betritt, eine Herberge und man kann seinen Kreislauf wieder in Ordnung bringen. Diese Gelegenheit nutzten wir und ließen uns von der, wie sich noch herausstellen sollte, etwas schwerhörigen Kajira bewirten. Den gleichen Einfall hatte auch das merkwürdige Pärchen, das kurz nach uns den steilen ‚Weg hinauf zur Stadt bezwungen hatte. Merkwürdig deswegen weil es eine Frau aus der Tahari war, die sich von einem Nordmann begleiten ließ.

Während der noch schwitzend und japsend am Rande der Terrasse stand, fing diese Frau gleich an, mich in Beschlag zu nehmen, denn da ich meine Kastenfarben trug hatte sie richtig kombiniert und in mir einen Händler vermutet, was sie zu der irrigen Vermutung verleitete, dass ich jede Menge Schaufeln mit mir herumtrage, die ich ihr jetzt gleich verkaufen werde. Wie gesagt, diese Annahme war äußerst irrig, da ich a) in erster Linie mit Stoffen handele und b) ich auf dieser Reise so gar keine Waren bei mir habe, schon gar nicht sowas niederes wie Schaufeln.

Ich ließ sie auch spüren, dass ich mich mit solchem Kram nicht abgebe und meine Geschäfte mit exklusiveren Waren betreibe. Mag sein, dass ich dabei etwas überheblich und arrogant wirkte, denn anders kann ich mir nicht erklären was auf einmal den Beschützerinstinkt in diesem Nordmann weckte, der mir auf einmal erklären wollte wie ich mich zu benehmen habe, wenn ich nicht weiß wem ich gegenüberstehe. Da war er ja bei mir genau richtig! Ein Nordmann, gehüllt in stinkende Felle will mir was über Anstand und benehmen erklären, einer der sich nicht mal einen Ballen meiner billigen Stoffe leisten kann?

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Ein Mann der aus einem Volk stammt das sich nur deshalb über Wasser halten kann weil sie kurz vor dem Winter die Zivilisierten Orte Gors überfallen und ausrauben, die Kinder töten und die Frauen versklaven? Ich sagte ihm deutlich, was ich von ihm hielt. Das sichere Gefühl eines Kriegers im Rücken und der Anblick der in der Nähe befindlichen Stadtwachen, ließen mich zur Höchstform auflaufen. Während ich mich mit dem Nordmann stritt, eskalierte hinter mir die Situation zwischen meiner Gefährtin und der scheinbar hörbehinderten Sklavin, die nicht in der Lage war einfachste Fragen zu beantworten.

Eh heute doch noch Blut floss beschloss ich die Mission hier in Kasra zu beenden und trat den Rückzug zum Hafen an. Fast im selben Atemzug, sprang auch der Krieger auf, zahlte seinen Ka La Na und wollte ebenfalls gehen. Jetzt zeigte sich das die Sklavin nicht nur akustische Defizite hatte, sondern scheinbar auch etwas mit den Augen. Wagte die doch tatsächlich zu behaupten das der Krieger seinen Wein nicht bezahlt hatte und wollte ihm die Stadtwache auf den Hals hetzen und das, wo sogar dieses merkwürdige Pärchen, mit dem wir uns gerade gestritten hatte, bezeugte das der Rarius das Geld auf dem Tisch gelegt hatte. Ein kurzer Hieb mit der flachen Seite des Gladius ließ die Sklavin verstummen und endlich konnten wir diese Stadt verlassen.

Unten im Hafen trennten sich unsere Wege. Ich zahlte den Rarius aus, unsere gemeinsame Reise im Auftrag von Jorts Fähre war damit beendet. Ich werde jetzt mit meiner Gefährtin nach Venna zurückkehren und wieder meinen normalen Geschäften nachgehen und später einen Bericht nach Jorts Fähre  senden.