Nichts als Stress und Ärger!

…Na gut, nicht nur. Immerhin konnte ich zwei Sklavinnen gewinnbringend an den Sattler und das erste Schwert verkaufen, und wie es aussieht wird auch die Dritte im Bunde, Ulmi, eine Barbarin, zeitnah verkauft und wir bekommen wieder Platz im Sklavenhaus. Nichtsdestotrotz vergeht kaum ein Tag, an dem ich mich nicht ärgern muss!

Daß Hope, die andere Barbarin nur schwerlich lernt und immer wieder Rückschritte macht, wenn ich gerade glaube sie kommt voran, ist nur das eine. Daß aber meine First -halt nein, ehemalige First- den Aufstand probt, das geht zu weit. Kurioserweise verhält sie sich erst wieder so, seitdem mein Gefährte von seiner langen Reise endlich heimgekehrt ist. Ich bin mir nicht sicher, ob sie glaubt, durch seine Rückkehr Vorteile zu haben, oder was ihr sonst durch den Kopf ging, als sie anfing sich genauso zu benehmen, wie sie es der Barbarin immer vorwarf. Jedenfalls wurde es mir vor einigen Tagen zu bunt und ich entzog ihr den ersten Platz an meiner Kette, und damit auch sämtliche Privilegien. Soll mein Gefährte sich um ihre Allüren kümmern, irgendwann reißt sogar mir einmal der Geduldsfaden *grummelt und atmet erst mal tief durch*

Wie dem auch sei, gestern jedenfalls, gab es gleich wieder Grund…, obwohl der Tag eigentlich recht gut anfing: Die beiden Barbarenmädchen zeigten seit einigen Tagen Interesse am Zar, und so meldete ich sie direkt zum aktuellen Turnier an. Weniger, weil ich glaube sie hätten gute Chancen, sondern einfach, weil Erfahrung übt, und vor allem das Spiel gegen viele verschiedene Leute. Ulmi hatte nun gestern ihr erstes Spiel, sie schlug sich recht gut, auch wenn sie verloren hat. Das tat aber meiner bis dahin guten Laune keinen Abbruch, denn wie gesagt: Es ging hier noch überhaupt nicht ums gewinnen. Gleich aber als wir mit der Fähre anlandeten ging’s los:

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Quasi während wir an Land gingen, sprang der Tischler auf die Fähre und erzählte, er zieht dann jetzt mal weiter, weil seine Arbeit hier an der Bäckerei beendet wäre. Hä? Beendet? Eigentlich ging ich davon aus, dass er sich in Jort’s niederlässt, oder vielmehr hatte er das eigentlich schon getan, ein Haus gemietet und was man eben so tut, wenn man sich niederlässt. Natürlich fragte ich nach, und während Jort mit ihm und der Fähre bereits ablegte, tauschten wir uns über das Wasser rufend aus, und so erfuhr ich, dass er eigentlich auch bleiben wollte, aber für seine Kastenzugehörigkeit an die Handwerkerkaste nun 1 Silber zahlen sollte, was er sich nicht leisten kann. Da er aus dem Norden ist, würden ihm aber so alle Wege im zentralen Gor versperrt bleiben, wenn er keine Kaste hätte. Womit er recht hat, denn davon konnte ich selbst ja nun ein ziemlich lautes Liedchen singen.

Ich brüllte noch, bevor er am anderen Ufer anlegte, daß ich mit dem Rat reden würde, und daß es mir neu wäre, dass man sich Kastenzugehörigkeiten erkaufen muss, dann stapfte ich schon ziemlich stinkig in Richtung Gasthaus. Mir war schleierhaft, wieso man gerade fähige Handwerker wie den Tischler quasi aus der Stadt jagte, ein Silber, sind die denn irre? Soviel kosten ja nicht mal die meisten meiner Mädchen, wenn ich nicht grad zufällig mal eine Tänzerin oder ähnliches an der Hand habe zumindest. Prima, kaum dort angekommen kam der nächste Aufreger, denn mir fiel ein, dass der Tischler erwähnte, aus der Stadtkasse bezahlt worden zu sein. Theoretisch super…, die Stadtkasse führe allerdings ich, und mir lag noch nicht einmal ein Antrag auf Bezahlung von irgendwas vor, geschweige denn, daß ich etwas ausgezahlt hätte, also wer bedient sich denn da am städtischen Eigentum ohne mein Wissen?

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Entsprechend war meine Laune, als ich am Gasthaus ankam, Jarcath hielt mich noch kurz auf, und dann auch noch der Schmied. Vielleicht glücklicherweise, denn so bekam ich nur am Rande mit, wie der zweite Krieger und Ratsmitglied einige Fremde aus der Stadt jagte. Wieso, warum habe ich nicht wirklich mitbekommen, vielleicht auch ganz gut so. Zumindest wurden so einige Kissen am Tisch frei, von denen ich mich auf eins fallen ließ, und da ich gerade drei Krieger so schön beisammen hatte, noch dazu zwei vom Rat, sprach ich sowohl die Käuflichkeit von Kasten an, wie auch die Selbstbedienung aus der Stadtkasse, nur um gleich nochmals darauf hinzuweisen, dass man nicht immer nur aus der Kasse nehmen kann, sondern auch dafür sorgen muss, dass entsprechend eingenommen wird!

Der Hauptmann redete sich natürlich gleich erst mal raus, während der zweite Krieger gewohnt knapp aber präzise die Dinge auf den Punkt brachte. Zudem versprach er mir, dass der Rat sich auch um die käufliche Kastenzugehörigkeit kümmern würde, denn auch seiner Meinung nach sollte eine Kastenzugehörigkeit nicht mit Geld, sondern mit Wissen und Können erworben werden. Gegen einen Mitgliedsbeitrag bei diesem Zusammenschluss der niederen Kasten, hätte er allerdings nichts, aber darum gings mir dann ja auch wieder nicht. Ich hoffe, dies wird im Sinne aller vernünftig geregelt werden können, denn es wäre schon sehr ärgerlich, wenn aus diesem Grunde fähige Handwerker die Stadt verlassen.

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Wie ich allerdings später von Luna erfuhr, und dann auch noch  vom Schmied, hatte der Tischler offenbar doch wieder nach Jorts übergesetzt und ist nicht weitergezogen. Vielleicht hat ja mein Gebrülle von Rat und Klärung was geholfen? Wer weiß das schon. Ich hoffe nur, die nächsten Tage werden wieder ruhiger, damit ich zumindest ab und an mal meinen Gefährten zu Gesicht bekomme, denn auch das erfuhr ich gestern nur nebenbei: Er ist offenbar wieder im Rat!

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